Laufen ist gut für deine Psyche

Laufen tut einfach gut! Wir fühlen uns bei regelmäßiger Bewegung allgemein viel besser, sind ausgeglichener und entspannter. Warum genau das so ist - warum Laufen gut für unsere Psyche ist, was das mit unserer Widerstandfähigkeit und unserem Stressmanagement zu tun hat, haben wir Mag. Georg Hafner, MA – Sportpsychologe und Experte der SPORTordination gefragt. Außerdem hat er uns exklusiv Tipps gegeben! Einen schwungvollen Trainingsstart 2018 steht somit nichts mehr im Wege! Sportordination

Wie kann Ausdauersport / Laufen positiv auf die Psyche wirken?

Bewegung allgemein und natürlich Laufen können sehr viele positive Effekte hervorbringen. Das können angenehm positive Stimmungsveränderungen sein, bis hin zum sogenannten Flow Zustand, der bei LäuferInnen in der Regel Runners High betitelt wird. In der Bewegung Ruhe finden ist dabei ein wesentlicher Zugang. Der Ausgleich zum (psychisch) stark fordernden Alltag darf beim Sport hervorkommen.

 

Wirkt sich die regelmäßige Ausübung von Sport auf die allgemeine Widerstandsfähigkeit / Resilienz aus?

Durch die regelmäßige (!) Bewegung können unterschiedliche Faktoren gestärkt werden: verbesserte Durchblutung, mehr Sauerstoffaufnahme, was wiederrum zu besseren Schlaf führen kann, daher auch mitunter leistungsfähiger und konzentrierter im Alltag etc. All diese Faktoren tragen dazu bei, sich besser zu fühlen. Sich überwinden, bei „schlechtem“ Wetter rauszugehen, seine Abwehrkräfte stärken und die Natur spüren.

 

Manche stresst es enorm, wenn sie zum Training „müssen bzw. sollten“ – und dadurch zB ihre Arbeit unterbrechen müssen. Wie kann Sport als Stressprävention wirken und wie schafft man den ersten Schritt? Wann macht sich ein erster Stressabbau bemerkbar?

Unser Körpersystem ist darauf ausgerichtet, in schwierigen Alltagssituationen (privat und beruflich) Stresshormone auszuschütten um punktuell leistungsfähiger zu sein -  was evolutionär bedingt überlebensnotwendig war – Kampf-Flucht Verhalten. Was in unserer Beschleunigungsgesellschaft allerdings passiert – ist, dass wir mitunter Dauerstress erleben. Umso wichtiger ist es, durch regelmäßige Bewegung, die im Körper bereits freigesetzte Energie abzubauen wodurch Körper und Geist wieder zu Ruhe kommen können. (Weil wir im Alltag in der Regel weder kämpfen noch flüchten!)

 

Hat regelmäßiger Sport und Bewegung Auswirkung auf die Arbeitseffektivität und Kreativität?

 Viele können in der Ausübung des Ausdauersports den Kopf frei bekommen, eben weil in genau dem Moment die Bewegung im Vordergrund steht. Aufgrund der sich wiederholenden Bewegungsschlaufe, der Monotonie, stellt sich bei vielen eine Art Trancezustand ein, der bei manchen wie von selbst Lösungen und kreative Ansätze aus dem Hinterkopf anbietet, die im Alltagsrauschen der Gedanken nicht greifbar sind.

 

Thema Motivation: Woher nimmt man am besten die Motivation? Warum tun sich manche Menschen mit (Selbst-)Motivation leichter als andere?

Motivation ist individuell verschieden. Bei den einen sind es Freunde/Trainingspartner, die nicht fehlen dürfen – also der soziale Aspekt, oder die „Verpflichtung“ mit jemanden zu trainieren. Andere genießen die Ruhe wenn sie beim Laufen gedankenfrei vor sich hinlaufen können. Ziele und Meilensteine können helfen um einen gewissen Trainingsplan einzuhalten. Freude und Spaß sind für mich persönlich die grundlegendsten Motivatoren. Und natürlich das Eintauchen in die Routine. Habe ich meinen inneren Schweinehund für drei, vier Wochen bewegen können mitzulaufen, dann wird er das auch in Zukunft wollen. Falls die Motivation trotz schwerer Suche nicht gefunden wird, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch um seinen eigenen Zugang reflektieren zu können.

 

Wenn das Training zum Stressfaktor wird: gibt es auch ein „zu viel“ an Training / Überforderung?

Genauso wie in vielen anderen Lebensbereichen, besteht auch hier die Möglichkeit ein gewisses Suchtpotential zu entwickeln. Wenn nur mehr der Puls, der Trainingsplan, der Minutenschnitt etc. im Vordergrund stehen, dann wird Sport zum Stressor, weil Leistung zu sehr im Mittelpunkt steht. Lieber einmal ohne Pulsuhr laufen, lieber einmal ein Training gut sein lassen, wenn man sich nicht danach fühlt. Vor allem weil körperliche (wie geistige!) Regeneration für uns unerlässlich ist. Als Alternative eine Entspannungseinheit oder Meditation ausprobieren.

 

Kann Sport selbstbewusster machen?

Bewegung tut gut, macht Spaß, bringt einen an seine Grenzen, man spürt sich und seine Muskeln, man trifft Freunde, erreicht Ziele, schüttet unterschiedliche positive Hormone aus. Jeder von uns kennt die Antwort.



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