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Unser Experten-Interview

über das richtige Training während einer Pandemie

Sportmediziner Dr. Robert Fritz und Mag. Michael Koller, sportwissenschaftlicher Leiter von der SPORTordination, haben uns erklärt, wie das Immunsystem vom Laufen profitieren kann und warum es genau jetzt wichtig ist, sich zu bewegen! Dass man besonders jetzt – zu Zeiten einer Pandemie – regelmäßig laufen gehen soll aber dabei unbedingt auf die richtige Intensität und Belastungsdauer achten sollte und wie du jetzt am besten dein Training gestaltest, kannst du hier nachlesen.

Sportordination

Das sagen die Experten

Wir sind froh, dass wir nach der Corona bedingten Pause wieder mit regelmäßigen Lauftrainings an unseren zahlreichen Frauenlaufstandorten durchstarten können. Da es im Herbst kaum Wettkämpfe gibt, ist es natürlich schwer ein konkretes Trainingsziel für den sportlichen Herbst zu definieren. Mit welcher Zielsetzung hast Du, lieber Mike, die Frauenlauftrainingspläne erstellt?

Mike: Jede Krise ist auch eine Chance. Jetzt haben wir endlich einmal ausreichend Zeit für die oft vernachlässigte Grundlagenausdauerphase. In dieser Phase steht die Ökonomisierung des Fettstoffwechsels im Fokus. Meist kippt man von einer Wettkampfvorbereitung in die nächste. Jetzt kann man sich ohne Stress und gewissenhaft auf ein sportliches Jahr 2021 vorbereiten. Durch das differenzierte bzw. polarisierte Training von einerseits ganz lockeren, niedrig intensiven Einheiten sowie auf der anderen Seite kurzen intensiven Akzenten, kann die Leistungsfähigkeit verbessert und auch das Immunsystem gestärkt werden.

 

Das Immunsystem ist durch COVID-19 sehr gefordert. Was meinst Du Robert, als Sportarzt, ist das Lauftraining trotz einer möglichen zweiten Welle und der steigenden Zahlen überhaupt zu empfehlen? Kann unser Immunsystem durch Laufen profitieren, oder wird dieses sogar geschwächt?

Robert: Regelmäßige Bewegung ist besonders jetzt absolut zu empfehlen. Durch ein regelmäßiges Training wird das Immunsystem gestärkt, das Risiko einer Infektion mit jeglichen Viren und Bakterien wird gesenkt – die Intensität des Trainings und damit die „Dosis des Medikaments Bewegung“ ist jedoch entscheidend. Ist die Intensität der Reize zu hoch, die Belastungsdauer zu groß, dann kann das Immunsystem auch einmal überfordert werden und damit das Infektionsrisiko zunehmen. Das sogenannte „Open Window“ beschreibt eine Immunschwäche nach sehr intensiven und sehr fordernden Reizen. Versteht mich jetzt aber nicht falsch, auch in einer Pandemie dürfen intensivere Trainingsreize vorkommen, jedoch nur in einem geringen Umfang und gut gesteuert.

Ein Intervalltraining pro Woche ist dabei weniger schlimm als jede einzelne Laufeinheit in der Woche ein wenig zu schnell zu laufen. Damit entwickelt ihr euch nicht weiter und das Überlastungsrisiko nimmt zu. Bei einer sportmedizinischen Leistungsdiagnostik könnt ihr euch eure individuellen Trainingsbereiche bestimmen lassen, dabei lernt ihr euren Körper besser zu verstehen und habt deutlich mehr Spaß und Erfolg beim Laufen.

"Regelmäßige Bewegung ist besonders jetzt absolut zu empfehlen. Durch ein regelmäßiges Training wird das Immunsystem gestärkt, das Risiko einer Infektion mit jeglichen Viren und Bakterien wird gesenkt!" Sportmediziner Dr. Robert Fritz von der SPORTordination

Ihr habt schon immer auf die Einhaltung der niedrigen Intensitäten sprich auf den Fokus des GAT1 Training hingewiesen. Obwohl es derzeit keine Wettkämpfe gibt, macht es jetzt noch mehr Sinn eine Leistungsdiagnostik bei euch zu machen, um die individuellen Bereiche ermitteln zu können?

Mike: Im Rahmen der Leistungsdiagnostik wird aus sportmedizinischer Sicht die Belastbarkeit (Fragestellung: Bin ich gesund für das Lauftraining?) bzw. aus sportwissenschaftlicher Sicht die Leistungsfähigkeit (Fragestellung: Wo sind meine Trainingsherzfrequenzbereich?) ermittelt. Im Rahmen einer Laboruntersuchung können Risikofaktoren und Mängel abgeklärt werden, die eventuell das Immunsystem schwächen, die Belastbarkeit oder die Leistungsfähigkeit einschränken. In Anbetracht der aktuellen Pandemie kann durch ein zu intensiv angesetztes GAT1 Training nicht nur die Leistungsentwicklung eingeschränkt sein, sondern auch das Immunsystem stark belastet werden.

Kannst Du hier ein konkretes Beispiel nennen, wie schnell man seine lockeren GAT1 Training absolvieren soll?

Mike: Die Herzfrequenzzonen sind völlig individuell. Ich laufe meine GAT1 Läufe bei Herzfrequenz 143-158/min und Robert bei Herzfrequenz 95-110/min, jedoch sind wir beide im nahezu gleichen Tempo unterwegs. Oder ein anderes klassisches Beispiel aus der Praxis: Oft absolvieren LäuferInnen, die einen 5km Lauf in ca. 30 Minuten schaffen, ihre lockeren Trainingsläufe bis 7:30 oder 7:00/km oder manchmal sogar schneller. Ich kann, ohne der Ergebnisse einer Leistungsdiagnostik, nicht genau sagen, wo die korrekte Geschwindigkeit oder besser gesagt die richtige Herzfrequenz wäre, aber das ist definitiv zu schnell. Oft ist es für diese Leistungsgruppe empfehlenswerter ihre lockeren Einheiten zu Walken bzw. zu Gehen und die intensiveren Einheiten zu laufen. Es ist uns im Rahmen einer Leistungsdiagnostik möglich, genau diese Fragestellung für jede(n) persönlich zu beantworten und für jede(n) individuell ein erfolgreiches Trainingskonzept zu erstellen, das in die persönliche Tagestruktur passt und auch Spaß macht. Training soll Spaß machen und ein positives Erlebnis sein.

Dr. Fritz und Mag. Koller von der Sportordination

Ihr macht in der Sportordination bei den Leistungsdiagnostiken Laboranalysen bei denen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe im Vollblut gemessen werden. Welche Parameter sind hier im Zusammen mit Training ev. gerade für Frauen entscheidend und was ist gerade für das Immunsystem – Stichwort COVID-19 wichtig zu wissen?

Robert: Frauen neigen sehr häufig auf Grund der Menstruationsblutung zu Eisenmangel. Dieser führt zu Müdigkeit und Leistungsschwäche, auch zu einer eingeschränkten Trainingsadaptation – eine Frau mit Eisenmangel entwickelt sich im Training schlecht weiter und hat weniger Erfolg.

Das Prohormon Vitamin-D ist nicht nur für den Knochenstoffwechsel und den Muskelstoffwechsel wichtig, sondern auch für das Immunsystem, wofür auch zusätzlich eine ausreichende Versorgung mit Zink benötigt wird. Magnesium ist für die Muskelfunktion wichtig, ein Mangel bei hoher Stressbelastung und viel Bewegung sehr häufig.

Ich halte nichts von einer Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln ohne vorheriger Laborbestimmung. Wir können alle diese Parameter im Labor genau messen und dann individuell besprechen, welchen Mangel wir mit einer Ernährungsanpassung therapieren und wo der gezielte Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln Sinn macht.

Ihr habt ja ein enorm großes Leistungsspektrum. Gibt es etwas, dass ihr unseren Läuferinnen speziell anbieten könnt?

Robert: Wir haben bis 31.10.2020 eine „Bring a Friend - Aktion“.

Über die letzten 12 Jahre ist die Sportordination stetig gewachsen, immer mehr PatientInnen und SportlerInnen haben den Weg zu uns in die Sportordination gefunden, nicht zuletzt weil zufriedene KundInnen die Sportordination weiter empfohlen haben und uns seit Jahren die Treue halten.

Mit der Aktion „Bring a friend“ wollen wir dafür DANKE sagen: Kommt gemeinsam zu einem Termin mit der besten Freundin, dem Trainingspartner, Ehepartner, Geschwistern, Eltern und Kindern – jede Kombination ist möglich. Jede(r) von euch erhält eine sportmedizinische Leistungsdiagnostik Classic Plus (im Wert von € 410,-) zum Preis eines Classic Pakets in der Höhe von € 310,- und beide erhalten somit einen Rabatt von jeweils € 100,-.

Das Paket inkludiert: ausführliches Blutbild inklusive Vitaminanalyse, Mineralstoffe und Spurenelemente im Vollblut, sportmedizinische Untersuchung inklusive Ruhe-EKG, Belastungs-EKG mit Laktat-/Glucosebestimmung und Blutdruck-Kontrolle am Laufband oder Fahrradergometer, Besprechung der Ergebnisse und individuelle Trainingsempfehlungen mit unserer/unserem SportwissenschafterIn.

Wir freuen uns auf euch!

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