Diäten und ihre Auswirkungen

Ernährungstipp: Mit einem ausgewogene Ernährungs- und Bewegungsalltag den Eintritt in den Diätendschungel verhindern.

Nicht jede Diät ist schlecht, aber die meisten hinterlassen tatsächlich ungünstige physiologische und psychologische Spuren.

Ernährungsinformationen in sämtlichen Medien überschwemmen uns tagtäglich. Fitnesscenter wachsen sprichwörtlich „wie Schwammerl“  aus dem Boden, Laufveranstaltungen boomen wie noch nie und TROTZDEM: das Übergewicht von Frau und Herr Österreicher steigt laut aktuellem Ernährungsbericht sogar auf über 40%. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist groß, und teilweise die eigene Körperwahrnehmung verschoben. Also was ist da los im Land der Berge  und Seen?? Scheinbar gilt das Sprichwort „Zu viel Köche verderben den Brei!“ gerade beim Thema Ernährung ganz besonders.

Kohlenhydrate sind bei den klassischen Abnehmmethoden ganz besonders verpönt, werden sie ja als Verursacher des Gewichtsproblems angeprangert. Gemüse- und eiweißlastige Speisen sollen helfen, dem Übergewicht ein Schnippchen zu schlagen. Doch während der gewonnene Abnehmerfolg schnell verloren geht, bleibt meist ein beleidigter Darm zurück. Blähbäuche, Verdauungsprobleme und teilweise diätinduzierte Unverträglichkeiten machen das Leben noch „schwerer“. Während diverse Eiweißshakes den Ernährungsalltag kurzfristig doch erleichtern können, immerhin muss man dadurch weniger Lebensmittel einkaufen oder gar zubereiten, ist die Erleichterung auf der Waage meist nur von kurzer Dauer. Das Kau- und vor allem Geschmackserlebnis von fester Nahrung lässt einen dann doch mal wieder ins alte Schema zurückfallen. Der Placebo-Effekt kommt gerade bei diversen Abnehmmethoden zum Einsatz. „Haarsträubende“ Regeln werden von selbsternannten „Ernährungsgurus“ erfunden, um Abnehmwillige psychologisch auf den doch eher ungünstigen physiologischen Weg zu bringen. Denn tatsächlich arbeiten die meisten Methoden einfach nur mit einer extrem negativen Energiebilanz. Das bedeutet, dass einfach viel weniger gegessen wird, als der Körper tatsächlich verbraucht. Und je geringer die Energiezufuhr, desto schneller purzeln die Kilos, und desto unwahrscheinlich ist es den Erfolg zu halten. Eine Gewichtsreduktion von 1kg pro Woche ist mittlerweile vielen Frauen viel zu langsam. Aber erstens: wenn man diese Abnahme hochrechnen würde, wären dies 10kg in 10 Wochen, oder 20kg in 20 Wochen, oder 50kg in einem Jahr. Wäre das nicht schon ein waaaaaahnsinniger Erfolg. Und zweitens: 1kg Gewichtsverlust ist nicht gleich 1kg Körperfett. Haben Sie gewusst, dass 1kg Körperfett ganze 7000kcal speichert. Damit sie also ein ganzes Kilo Körperfett in nur einer Woche aus ihrem Depot entfernen können, müssen sie 7000kcal einsparen, oder einfach durch Bewegung mehr verbrennen!!!!

Rechenbeispiele

Rechenbeispiel 1:

1Stunde Dauerlauf mittlere Intensität: Energieverbrauch ca. 550kcal

Täglich 1 Stunde Dauerlauf, also 7x pro Woche: Energieverbrauch ca. 3850kcal

..somit wäre mal ein halber Kilo Körperfett geschafft, ALLERDINGS nur, wenn man es schafft brav und vernünftig weiter zu essen. JEDOCH hat man meist auch mehr Hunger, wenn man tagtäglich trainiert, und da ist die Versuchung oft größer als der Wille.

Rechenbeispiel 2:

Eine Frau, die einen „normalen“ Stoffwechsel hat, ein bisschen Sport treibt, verbrennt ca. 2000kcal pro Tag. Der Grundumsatz, jener Energieverbrauch um sämtliche Organe zu versorgen liegt bei ca. 1400kcal.

Bei einer Radikaldiät ist meist eine Energiezufuhr von nur 1000kcal, oft sogar weniger (teilweise auch nur 500kcal), empfohlen.

Spart man bei der Energiezufuhr täglich 1000kcal  ein, kommt man in der Woche tatsächlich auf ein Defizit von 7000kcal.

Durch ein hartnäckiges diszipliniertes Essverhalten kann man also tatsächlich 1kg Körperfett pro Woche abnehmen. Auf der Waage sieht dies sogar noch schöner aus, da durch eine derart reduzierte Energiezufuhr auch der Wasseranteil im Körper weniger wird.

Wenn eine Werbung eine Gewichtsreduktion von 5kg in nur zwei Wochen verspricht, dann ist dies vielleicht möglich, allerdings nicht einmal die Hälfte davon ist Körperfett. Und eigentlich möchte man ja das Fett reduzieren.

1000kcal ist wirklich wenig, viel zu wenig, vor allem wenn der Grundumsatz mit 1400kcal sogar um 400kcal höher liegt. DAHER passiert etwas sehr wesentliches  im Körper: er passt sich an, er fährt das System runter, um nun mit 1000kcal seine Organe bestmöglich weiter versorgen zu können, denn das grundsätzliche Ziel des Körpers ist stets AM LEBEN ZU BLEIBEN!!!!


Naja und wenn dann das System angepasst ist (und im Übrigen kann man auf keinen Fall mit Sport dagegen wirken, im Gegenteil, es macht die Situation nur noch schlimmer!), dann kann man trotz 1000kcal Zufuhr nicht mehr abnehmen. Noch weniger zu essen wäre hier kein guter Rat, wohl eher wäre es sinnvoll zu  versuchen wieder normal zu essen, und nun doch mit etwas Sport einer zu starken Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Aber meist spielt einem dann auch schon die Psyche übel mit, und man fällt komplett in ein falsches Muster zurück. Das ewige AUF und AB mit den Kilos tut weder dem Körper noch der Seele gut. „Himmelhochjauchzend und tiefbetrübt“ sind Synonyme für „Radikaldiät und Rückfall“.

Unterm Strich kann man tatsächlich behaupten, dass sämtliche am Markt befindliche Abnehmmethoden einfach nur mit einer sehr stark reduzierten Energiezufuhr arbeiten, und durch diverse Produkte, seltsame Regeln, exotische Rezepte und Zutaten, irreführende Systeme, Apps und Co ihr Programm schmücken, und versuchen sich dadurch von anderen abzuheben. Während dabei Ihre Geldbörse nachhaltig an Gewicht verliert, werden Sie Ihres nicht los. Sagen Sie der Diätindustrie den Kampf an, und ignorieren Sie sie einfach. Essen Sie rechtzeitig, regelmäßig und ausreichend dann sind Sie am besten Weg.

Nicht die Kohlenhydrate, oder die Fette sind schuld am Gewichtsproblem, sondern das allgemein falsche Ernährungsverhalten und der Diätwahnsinn. Jede Diät lässt ein normales Essverhalten immer mehr in die Ferne rücken.

Bis nächste Woche

Eure Christina

www.fit10.at



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